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SK Süßwasserbiologie, Juni 2009


Der Taucher an sich, im besonderen der/ die Rheinland Pfälzer/in findet in der näheren Umgebung einige Süßwasserbaggerseen oder Süßwassersteinbrüche, was liegt näher nicht mal an einem Süßwasserbiologieseminar teilzunehmen? Gedacht und angemeldet, die Einladung mit der Seminarbeschreibung kam rechtzeitig so dass die Tauchausrüstung um eine Schreibtafel erweitert werden konnte. Am 20. Juni war es dann soweit und 1 2 3 fuhren wir in die Landessportschule Schifferstadt. Um alle 16 Teilnehmer kümmerten sich viele Helfer, die auch für das leibliche Wohl in ausreichender Menge gesorgt hatten. So kam gleich zu Anfang eine sehr angenehme Atmosphäre auf, und nach der Vorstellungerunde waren alle nun gespannt über neue Erkenntnisse zur Limnologie, das ist die Wissenschaft der Binnengewässerkunde. Erst einmal wurde die Wissenschaft zur Einstellung eines Beamers erforscht, welches zur Freude von Angelika (promovierte Biologin) schnell gute Ergebnisse brachte und so konnten wir uns in die Gewässerkunde vertiefen.
Es wurden Vorträge über
- See Typen und Seeökologie, jahreszeitliche Veränderungen im Gewässer
- Wer frisst wen bzw. Produzenten - Primär- Sekundär- Tertiär und Endkonsumenten (kleines Lateinbuch wäre auch gut, fürs nächste Mal)
- Nährstoffgehalt eines Sees, wann kippt er um?
- Bestimmungsmerkmale der Tiere und Pflanzen
- Lebensbereich Taucher in Umwelt, Verhaltensweisen der Taucher am und im See
in sehr bildhafter und humorvoller Sprache von Peter doziert, so dass wir gebannt zuhörten.

Nach der Mittagspause ging es an die Vorbereitung für den Tauchgang in Binnsfeld, denn wir wollten uns jetzt den praktischen Teil der Wissenschaft widmen. Manfred der perfekte Organisator hat alles super vorbereitet, Tauchgangsplatzbeschreibung, Einteilung der Gruppen, zeitlicher Ablauf usw. So wurden Aufgaben an 5 Gruppen verteilt wie z. B. Wasserproben aus verschiedenen Tiefen mit Temperaturmessung entnehmen, Kleinsttiere und kleinere Pflanzenstücke sammeln. Das Wetter war uns gut gesonnen und so haben wir uns angezogen und tauchten nacheinander ab. Es wurde ein wunderschöner Tauchgang mit vielen Fischen und Fischschwärmen, obwohl sich das sammeln der Kleinsttiere als etwas schwieriges Unterfangen herausstellte. Irgendwie sind uns die Tierchen entkommen, aber einigen gelang die Flucht doch nicht. Alle Gruppen kamen erfolgreich von Ihrem Beutezug zurück zum Wohle der Wissenschaft oder unserer Neugier! Jetzt waren natürlich alle gespannt, was in Ihren Behältern so drin war. Mit Hilfe von Bestimmungskarten, Büchern und 5 Mikroskopen wurde analysiert, ausgewertet und gestaunt. Alle waren mit Ihren Proben beschäftigt so dass die Zeit in Vergessenheit geriet, zumal Angelika und Peter sehr anschaulich alles erklärten. Mancher war gar nicht mehr von dem Mikroskop weg zu bekommen; so hatte der Partner die Idee fürs nächste Geschenk, ein Mikroskop. Aber es gibt auch noch eine günstigere Variante, Becher mit Lupe! Irgendwie war es 19:30 Uhr, schon wieder Hunger, aber unser Organisator Manfred hatte beim Griechen schon bestellt. Der Abend war schön und jeder war auf den nächsten Tag gespannt. Am nächsten Tag war Treffen am See, wieder super Wetter. Diesmal sollten die größeren Fische beobachtet werden, welche wir am Vortag auch schon gesehen hatten, Wels, Stör, Sonnenbarsche und viele kleine Fischschwärme. Ums vorweg zu nehmen, die wollten zum Zwecke der Wissenschaft nicht beobachtet werden, aber einige Fische haben dann doch mitgearbeitet und der Tauchgang war super. So wurde die Auswertung etwas kürzer gehalten, aber durch die Fülle der neuen Informationen hatten wir eine Menge auszutauschen. Es war ein gelungenes und interessantes Wochenende und ich sehe jetzt die winzige rote Wassermilbe mit ca. 5mm Durchmesser mit ganz anderen Augen.