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DTSA- Apnoe* im Juli 2015: Atemlos in Schifferstadt

Die regelmäßigen Apnoe-Seminare gehören mittlerweile fest zum Jahresprogramm des LVST. Und
so luden am 25. und 26. Juli 2015 die beiden Apnoe-Spezialisten Karl Kögel und Marion Hanitzsch
zum Kurs „DTSA Apnoe */**/***“ nach Schifferstadt ein.
Schon in der Vorstellungsrunde wurde klar, welche Herausforderungen an die Ausbilder zukommen
werden. Vom „blutigen Anfänger“, der einfach mal ins Apnoetauchen hineinschnuppern möchte,
über erfahrene Taucher, die das ein oder andere Sternchen dazuverdienen wollten, bis hin zum
Apnoe-Tauchlehrer-Anwärter   waren   alle   Erfahrungsstufen   unter   den   Teilnehmern   vertreten.
Trotzdem (oder vielleicht auch deswegen) fand sich die Gruppe schnell zu einem harmonischen
Team zusammen, das zusammen mit unseren Ausbildern vor allem ein Ziel hatte: ein lehrreiches,
schönes und entspanntes Apnoe-Wochenende zu verbringen.
Den Einstieg gab Karl mit einem Überblick über die 10 goldenen Sicherheitsregeln des VDST.
Diese stellen die wichtigsten Aspekte des Apnoetauchens im Überblick dar und bieten uns ein
Grundgerüst für die sichere Ausübung unseres Sports. Es folgten Informationen über ein sinnvolles
Trainingsprogramm. Nicht nur das Tauchen selbst, sondern auch eine sinnvolle Kombination aus
Ausdauertraining,   Gymnastik,   Atmungs-   und   Entspannungsübungen   sind   wichtig   für   die
Leistungssteigerung. Ausführlich besprachen wir die verschiedenen Atemtechniken und probierten
diese auch gleich praktisch aus. Mit der Isomatte bewaffnet erfuhren wir auf der sonnigen Wiese,
dass das richtige Atmen gar nicht so schwer ist – und auch unabhängig vom Apnoetauchen eine
Wohltat für Körper und Geist.
Eine sehr anspruchsvolle Übung in psychischem Durchhaltevermögen war dann auch noch dabei:
Beim letzten Theorieblock schielte der ein oder andere zwischendurch auf das bereits aufgetischte
Buffet, das zu allem Überfluss auch noch unsere Nasen verwöhnte. Wer das durchhält, kann auch
die Luft anhalten! Nichtsdestotrotz lernten wir auch dabei noch so einiges über die medizinischen
Grundlagen des Apnoetauchens. Zum Beispiel, wie und wieso sich die „Schallmauer“ der
theoretischen maximalen Tauchtiefe über die Jahre immer wieder nach unten verschoben hat – und
praktisch doch immer wieder geknackt wurde. Auch wenn kaum jemand von uns jemals in solche
Tiefen vorstoßen wird – interessant und lehrreich auch für den Breitensportbereich war das allemal.
Das Buffet hielt geschmacklich übrigens was es optisch versprach.
Nach dem Mittagessen ging es endlich ans Wasser. Der Gänsedrecksee im Binsfeld bei Speyer
bietet fürs Apnoetauchen mit meist guter Sicht, schönem Uferbereich und dem 20m tiefen
„Trichter“ ideale Bedingungen. Bevor wir uns ins kühle Nass stürzten, erhielten wir im Briefing
nochmal alle nötigen Infos, was die Sicherheitsvorkehrungen und die anstehenden Übungen betraf.
Nach ein paar kurzen Dehnübungen starteten wir mit der vermeintlich einfachsten Disziplin, dem
statischen Zeittauchen. Auch wenn sich nicht jeder für diese Form des Apnoesports begeistern kann,
schafften doch alle nach einer intensiven Vorbereitung sehr respektable Zeiten. Eine Vorher-
Nachher-Analyse zeigte deutlich auf, wie sehr das Eintauchen mit einer Intervallübung die
maximale Tauchzeit verlängern kann.
Danach stand der Bleicheck für die darauffolgenden Übungen an. Die für eine perfekte Tarierung
nötige   Menge   Blei   wurde   ermittelt,   und   dabei   ganz   nebenbei   schon   mal   die   richtige
Partnersicherung fürs Tieftauchen geübt. Dank der kritisch-konstruktiven Rückmeldungen von
Marion und Karl konnten wir gezielt an unserer Abtauchtechnik feilen und mit jedem Tauchgang in
die Tiefe wurde es entspannter. Den Rest des Tauchtages verbrachten wir mit dem Betauchen des
Ufers entlang einer in ca. 5m Tiefe gespannten Leine, die mit Bleigewichten und Luftballons an Ort
und Stelle gehalten wurde. Dieser Parcours war besonders interessant, konnte man doch den
Bewuchs und die Fische im See während seines Streckentauchversuchs bewundern. Auch bei dieser
Übung lag ein Hauptaugenmerk auf der korrekten Sicherung durch den Tauchpartner.
Der Sonntag begann direkt am See mit einer Yoga-Einheit, die auf die kommenden Übungen am
Seil der Rollboje einstimmte. Auf dem Programm standen heute vor allem das Tieftauchen am
Bojenseil als auch die Rettungsübung. Der „verunfallte“ Tauchpartner muss dabei so schnell wie
möglich nach oben gebracht werden. Eine sehr entspannte Übung – allerdings nur für den
Verunfallten. An der Wasseroberfläche angekommen wird mit „Blow, Tap, Talk“, also dem
Anpusten und Tätscheln des Gesichts und Ansprechen des Opfers das Bewusstsein wieder
hergestellt.
Zu Kaffee und Kuchen ging es zurück in die Sportschule, wo das Nachbriefing, eine Einheit
Tiefenentspannung, aber auch die ausstehende Theorieprüfung auf uns  wartete. Durch die
Unterrichtseinheiten am Vortag und ein vorbereitendes „Kettenquiz“ gut präpariert, stellte diese
aber für niemanden ein Problem dar.
An dieser Stelle ein ganz großes Dankeschön an Marion und Karl für ein wunderbares Seminar mit
hervorragender Organisation. Sie haben tatsächlich die Meisterleistung vollbracht, es trotz der so
verschiedenen Teilnehmer-Voraussetzungen allen recht zu machen. Herauszuheben sind vor allem
die gute Atmosphäre und das sehr konstruktive Feedback. Persönlich darf ich mich außerdem
bedanken für vielfache Möglichkeiten, das ein oder andere Briefing zu üben oder eine Yogaeinheit
zu leiten. Solche Apnoe-Seminare sind aus dem LVST-Programm wahrlich nicht mehr weg zu
denken und ich freue mich schon auf das nächste.