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Apnoe TL Qualifikation in Safaga, Ägypten vom 28.09. bis 05.10.2019,
Bericht von Armin Wunder


Die VDST Bundesveranstaltung Apnoe TL Praxisprüfung fand dieses Jahr für sieben TL1 Anwärterinnen und Anwärter, sowie zwei TL3 Anwärter in Safaga statt. Mit am Start auch unser Vereinsmitglied Armin, der 2015 von Marion und Karl sein Apnoe* Brevet erhalten hatte.

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Erstmals wurde versucht durch die Kooperation mit den Landesveranstaltungen der Geräte TL1 Anwärter von Thüringen und Sachsen-Anhalt Synergieeffekte zu erzielen! Vorteil war nicht nur, dass bessere Verhandlungsoptionen bestehen, wenn man mit über 30 Personen planen kann, als wenn man nur 11 Taucher am Start hat. Die Gerätetaucher hatten auch Prüfungsteile in Apnoe zu bestehen – diese wurden von den Apnoetauchern organisiert und durchgeführt. Die gemeinsame Nutzung des Boots erlaubte ebenfalls in anderen Dimensionen zu buchen. Da auf beiden Seiten einige Taucher die Doppelqualifikation Trainer C Geräte und Apnoe beim LTV Thüringen erworben hatten, bestanden ohnehin keine Ambivalenzen. Aufgrund der sehr positiven, herzlichen Erfahrungen mit diesem Pilotprojekt wird geplant, im nächsten Jahr die Zusammenarbeit weiter zu intensivieren.

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Die Orca VDST Tauchbasis in Safaga war unser Ausgangspunkt. Aufgrund der im Frühjahr vorangegangenen Theorieprüfung in Naumburg (Saale) kannten wir uns schon und setzten gleich am ersten Tag die Strecken- und Zeittauchprüfungen der Gerätetaucher um: Wichtig hierbei war in geteilter Verantwortung Aufgaben, wie etwa den Streckenaufbau, zu erledigen, zu kommunizieren und zu kooperieren. Am nächsten Morgen wurde dann das Tieftauchen der Gerätetaucher abgenommen. Ab da trennten sich die Wege im Wasser, wenn man von gelegentlichen Besuchen unter Wasser absieht.

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Anforderungen an uns waren, die Apnoe*** Übungen körperlich und technisch souverän zu meistern, sowohl als Tauchender, als auch als Sichernder. Überdies galt es diese Übungen zu planen, durchzuführen, zu leiten, Gruppen zu führen, Sicherheit jederzeit zu gewährleisten, den Überblick zu behalten und alle wohlbehalten zurück an Land zu bringen. Eben ein echter Tauchlehrer werden.
Basis des Erfolgs ist es, fit und gesund zu bleiben. Eine Wollmütze zum Schutz der Ohren vor dem Wind auf See hatte ich stets auf, ausreichend Schlaf und gesunde Ernährung ist ebenfalls wichtig. Mit großem Glück erkältete ich mich erst nach der letzten Prüfung. Ein Kamerad aus Nürnberg hatte zunächst weniger Glück, konnte keinen Druckausgleich herstellen und konnte dann erst an den letzten zwei Tagen doch noch alle Tieftauchprüfungen ablegen.

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Die Tage begannen morgens um sieben Uhr mit einer Yogastunde, die alle einmal zu leiten hatten und ihre persönlichen Erfahrungen dabei einfließen lassen durften. Nach einem Frühstück ging es bald aufs Boot und nach einer halbstündigen Fahrt erreichten wir unterschiedliche Tauchgebiete. Wir Apnoetaucher gingen rasch als Erste ins Wasser, so hatten die Gerätetaucher dann ordentlich Platz für ihr Equipment.
Sehr herausfordernd war eine Situation, als die Strecke für ein 60 Meter Streckentauchen aufgebaut werden sollte – bei Windstärke 6! Ich sah in einige zweifelnde Gesichter und doch schafften wir es tatsächlich und alle konnten ohne Eintauchen direkt abliefern – 60 Meter tauchen und in einem rollierenden System zu dritt absichern. Kaum war die Übung absolviert legte sich auch schon der Wind und Mittagessen an Bord stand an. Später gingen wir „Intervalltauchen am Riff“ – freies Tauchen nach Bedarf.

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Das Zeittauchen über drei Minuten war für alle eine leichte Übung und wurde in einer Bucht absolviert.
Das Tieftauchen auf 25 Meter gelang gut, die Intervallübung 4 X 15 Meter Tieftauchen mit je 45 Sekunden Oberflächenpause war etwas herausfordernder. Wert gelegt wurde vor allem auf eine gute Sicherung und selbstverständlich auf einen koordinierten raschen Streckenaufbau. Die beiden TL3, welche die Qualifikation verantwortlich leiteten, schauten sich die Sicherung genau an und werteten hierzu abends Videoaufnahmen aus und gaben dann auch Feedback an uns Prüflinge.
Mehrfach konnten wir nach erfolgreichen Übungen und Prüfungen nachmittags an Riffen in Kleingruppen tauchen. Wenn dann die Gerätetaucher erschienen, besuchten wir sie gerne auf Tiefen bis 20 Meter und machten wechselseitig Fotos, erhielten spaßhaft den Atemregler angeboten.

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Ein Highlight für mich war die Rettungsübung aus 15 Meter Tiefe und der nachfolgende eilige Transport ans Boot. Dort galt es zu dritt den Verunfallten an Bord zu bringen, die Rettungskette einzuleiten und HLW unter den kritischen Augen eines Arztes durchzuführen. Wieder war das Augenmerk auch darauf gerichtet, nicht nur zu handeln, sondern den Überblick zu behalten und als TL Anweisungen zu geben, den Ablauf der Rettung zu organisieren. Dass ich nebenbei von einer mittelgroßen Schildkröte unter Wasser begleitet wurde, ist mir unvergesslich.

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Als Gruppenprüfung war von uns zu organisieren, eine Gebietserkundung durchzuführen, Zeichnungen hierzu anzufertigen und ein Referat zu halten.
Am Ende der Woche hatte jeder und jede einmal die Aufgabe eines TLvD übernommen und den Tagesablauf verantwortlich geleitet, ein- bis zweimal eine Gruppenführung übernommen und eine Yoga Session geleitet. Kritisches Feedback der TL3 und TL3 Anwärter wurde stets begrüßt und der Lernerfolg bei der nächsten Einheit überprüft.
Von allen wurde ein Ausflug nach Coral Garden mit Kleinbussen durch die Wüste genossen. Dort wurde das Steckentauchen abgenommen – innerhalb von fünf Minuten stand nun die Strecke! Beim ersten Mal benötigten wir hierfür – etwas mehr Zeit… Ich fühlte diesmal etwas Druck und musste mich ganz schön lang machen, um die 60 Meter beim ersten Versuch zu stehen.

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Die gemeinsame Abschlussveranstaltung bestand aus einem abendlichen Grillfest mit den Gerätetauchern. Urkunden wurden im Wechsel von Apnoe- und Gerätetauchern verliehen, Bilder und Videos aus der vergangenen Woche gezeigt. Auch dieses Fest war sicherlich in großer gemeinsamer Besetzung wesentlich fröhlicher, als wenn unsere Apnoe Kleingruppe allein gefeiert hätte.

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