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Südafrika oder Wo sind die Sardinen? Great White Shark Diver, von Stefan Rath


Am 28.05.2003 brachen mein Freund Thomas und ich nach Südafrika auf. Mit der SAA kamen wir komfortabel und ausgeschlafen früh morgens in Kapstadt an. Da in Südafrika Linksverkehr herrscht, haben wir uns für einen Leihwagen mit Automatikgetriebe entschieden. Mühelos fanden wir eine Unterkunft. Nach einer Stadtbesichtigung und einer Fahrt auf den leider nebeligen Tafelberg, wurden auch schon das Tauchgerödel und die Kameras flott gemacht. Am nächsten Tag besuchten wir das "Two-Ocean-Aquarium". Das Besondere ist, dass man dort nicht nur von außen die Haie beobachten kann, sondern auch mit ihnen tauchen darf. Es war schon ein tolles Gefühl, in einen Tank zu steigen, in dem 5 Raggies kreisen. Auch Mantas, Bonitos, Tunas und Schildkröten gab es hautnah. Nachdem wir unsere Filme verschossen hatten, konnten wir uns auch auf das Geschehen außerhalb des Aquariums konzentrieren. Eine Schulklasse bewunderte uns und freute sich, dass wir ihnen gewunken und Luftringe geblasen haben. Im zweiten Becken nahmen wir an einer Fischfütterung teil. Nein, nicht wir wurden verfüttert! Obwohl ich froh war, dass Thomas die Fische gefüttert hat. Die Biester waren ziemlich groß und auch nicht sehr zärtlich.

Danach ging die Fahrt etwa 2 Stunden in Richtung Kap weiter. Dort gibt es ein Gebiet, wo die südafrikanischen Marine Wracks für Taucher versenkt hat. Hier machten wir bei lausigen 10-12°C Grad einige Tauchgänge, selbstverständlich im Trocki. Der Höhepunkt waren die Robben, die wir bei zwei Tauchgängen gesehen haben. Sie sind unglaublich verspielt und gelenkig. Great fun!!!
Dann waren wir am Kap! Dokumentiert mit der Kamera.

Unser nächstes Abenteuer war in der Gaansbai das "Cage-Diving" mit dem Great White Shark. An drei Tagen hatten wir Bootsausfahrten gebucht. Jeden Tag gab es weiße Haie von 2 bis 5 Meter Länge zu sehen, am letzten Tag sogar 15 Stück. Zweimal sind wir in den Käfig gestiegen. Es ist berauschend, so schöne Tiere in ihrem Element beobachten zu können. Leider ging die Zeit viel zu schnell vorbei.

Nun fuhren wir quer durch Südafrika ca. 2000 km und drei Tage bis zu unserem nächsten Ziel nach Port Eduard zum "Sardine Run". Wir wohnten in einer wunderschönen Lodge am Fluss. Morgens gegen 6 Uhr brachen wir vom Strand aus auf, zum Tauchen. Zuerst das ganze Material ins Boot, dann schieben die Taucher das Schlauchboot ins Wasser. Harte Arbeit, da die Schlauchboote mit Fiberglasrumpf für 12 Taucher ausgelegt und 6 Meter lang und ziemlich schwer sind. Das Ganze dann noch im Trocki. Der Skipper startet die Außenborder 2x85 PS, dann dürfen die Frauen an Bord und die Männer schieben weiter ins Wasser bis auf Brusthöhe. Nun endlich dürfen auch die Männer ins Boot und sich schnell an den dafür vorgesehenen Schlaufen ordentlich festhalten. Der Ritt durch die Brandung ist ein Erlebnis für sich. Sprünge von bis zu 5 Metern können vorkommen. Übrigens, auf dem Rückweg surft der Skipper mit Vollgas auf der Welle und das Boot brettert auf den Strand!

Doch nun endlich zu den Sardinen - sie waren nicht da! Nicht nur wir, auch die "Predators", die Jäger, haben auf sie gewartet. So fuhren wir eine Woche lang täglich mit dem Schlauchboot, hofften immer auf die Sardinen . . . und schnorchelten als Ausgleich mit verschiedenen Walen und einmal mit über Hundert Delfinen, und hatten trotzdem eine "realy good Time"!

Auch die nette Lodge, und die prima Verpflegung, die für 2-3 kg Gewichtserhöhung verantwortlich war, werden wir in guter Erinnerung behalten.

Die Proteabank gilt schlechthin als der Sharkspot. Man stelle sich vor, eine Höhle in der Größe einer Doppelgarage, irgendwo 7 1/2 Seemeilen vor der Küste, bei starker Strömung und in 35 Meter Tiefe. Viele Taucher packen den Abstieg nicht, doch die, die es schaffen, erwartet eine Höhle mit etwa 20 Raggies. Große weibliche, trächtige Tiere von 1,50 bis 3,50 Meter Länge. Adrenalin pur!

Als Krönung der darauffolgenden Deko im Freiwasser hatten wir noch 3 Bullsharks oder auch Zambesis genannt. Sie kamen sogar für mich dann doch etwas zu nahe heran! Geballte Kraft und neugierig!

Unser nächster Tauchspott war Aliwal Shoal. Hier haben wir schon früher mal getaucht und erwarteten eigentlich eher einen ruhigen Tauchgang. Doch heute waren zahlreiche Mobulas (kleinere Mantaart) am Riff. So gab's auch hier ein Highlight.

Zusammengefasst haben wir alles gesehen, was wir uns erhofft hatten. Außer den Mobulas, die waren die Zugabe. Über die Tatsache, dass die Sardinen ausgeblieben sind, waren wir gar nicht so sehr traurig, wurden wir doch reichlich entschädigt. . . . und wir wollen ja irgendwann mal wieder hinfahren, vielleicht klappt es dann!

Hier noch ein paar Tipps:

Haizeit ist im südafrikanischen Winter, d.h., bei uns im Sommer;
"Sardine Run" möglich von Ende Mai bis Juli (keine Garantie!);
Trockentauchanzug ist nötig;
alles vor Ort problemlos buchbar.

Preise:

Flug: 500-600€;
Übernachtung pro Person mit Frühstück: 12-20€;
1 Tauchgang: 15-20€;
Leihwagen/Tag: 40-60€ (je nach Größe);
1 Bier 0,5l: 0,80€;
Essen im Lokal: 3-6€;
Flasche Wein im Lokal: 5-8€. Bei Fragen helfe ich euch gerne weiter und ich habe auch alle nötigen Email-Adressen.