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TL1 Prüfung in Rosas 2006, von Peter


Ich wurde gebeten, mal wieder einen Bericht für unseren Rundbrief zu schreiben und da fiel mir nur die Tauchlehrerprüfung in Rosas ein. Bevor ich aber über die Praxis schreibe, möchte ich auf die Theorieprüfung am Faschingswochenende eingehen. Ja, richtig gelesen, an Fasching hatte ich mein Referat, meine schriftliche Prüfung und eine medizinische mündliche Prüfung hinter mich gebracht. Da war nix mit feiern. Dass ließen wir aber alle Ausbilder immer wieder spüren ;-).

Bild "Reiseberichte:Rosas1.jpg"Dem Prüfungswochenende ging noch ein Vorbereitungswochenende voraus. Da wurde man auf die Theorieprüfung gut vorbereitet. Da man den Stoff vom Übungsleiterlehrgang her schon kannte, war das eine sehr lockere Zusammenkunft. Es wurde viel gescherzt und gelacht. Da diese Lockerheit auch an der Prüfung anhielt, bestanden alle Teilnehmer. Auch würde ich dem Ausrichter, der Abteilung für Ausbildung des LVST, für die tadellose Organisation ein Lob aussprechen, wenn das nicht am Faschingswochenende gewesen wäre. Aber man kann ja nicht alles haben.

Und dann kam die Praxis........... Alles verdunkelte sich und keiner machte mehr einen Scherz. Komisch, vielleicht lag es am Ungewissen oder dass man ordentlich Geld dafür bezahlte, aber alle waren etwas nervös.

Fast die ganze Truppe von Rheinland Pfalz Bild "Reiseberichte:Rosas3.jpg"traf sich am Pfingstmontag am Flughafen von Baden-Baden, um mit einer renommierten Billigfluggesellschaft nach Girona zu fliegen. Einige mussten da schon ein Schweinegeld für Übergepäck bezahlen, da nur 15 kg frei waren. Andere waren so schlau und gaben ihr schweres Tauchergepäck denen mit, die mit dem Auto fuhren. In Girona ging es dann los. Unser Transfer nach Rosas tauchte nicht auf. Da überlässt man mal einem TL3 die Organisation und schon klappt was nicht. Kurzerhand (nach 1,5 Stunden) nahmen wir dann ein Taxi, was nicht mehr Geld verlangte als der Transfershuttle.


In Rosas angekommen, bezogen wir erst mal unsere Zimmer, die kein Renner, aber sauber und in Ordnung waren. Am Abend trafen sich dann alle zum ersten Mal. Die Praxisprüfung wurde von NRW und RP zusammen durchgeführt. Dadurch waren an die 40 TL1-Anwärter und 15 Prüfer vor Ort. In einem kleinen Kellerraum, wo wir gerade so reinpassten, begrüßte uns Paul Mai im Namen seiner Kollegen und stellte die Prüfergruppe vor. Auch war da so ein kleines Kerlchen namens Kuddel. Der war von der Tauchbasis und was für eine Granate. Man konnte alles von ihm haben, aber kam einer dumm daher, da war Polen offen. Sorry für den Ostvergleich.

Am nächsten Tag ging es dann los. Als erstes stand das Schwimmen mit komplettem DTG an. Wir sollten ganz locker bis zum Schlauchboot schwimmen und wieder zurück. Als alle im Wasser waren und der Startschuss fiel, sah alles easy aus, aber das Schlauchboot entfernte sich immer weiter und weiter und weiter. So ne Sch...... Auf den letzten 50 Meter hatte ich dann noch mit einem Wadenkrampf zu kämpfen. Durchhalten hieß die Parole ;-). Danach fingen die Vorbereitungstauchgänge an. Bei diesen Tauchgängen wurden die Prüfungstauchgänge einmal durchgeführt mit anschließender Benotung. Da haben alle Prüfer uns gnadenlos alle Schwächen aufgezeigt. Das war aber gut so, denn bei diesen Tauchgängen lernte man am meisten. Somit bekamen wir einen ersten Eindruck, was uns während der Prüfungstage erwarten sollte. Dies hob aber nicht wirklich die Stimmung.

Was wir alles machen mussten? Die Klassiker, Aufstieg ohne Flossenbenutzung und Aufstieg unter Wechselatmung aus 30 Meter sind ja immer dabei. Auch war ein Tieftauchgang auf 40 Meter geplant gewesen. Der solange durchgeführt wurde, bis der erste Tauchcomputer Deko anzeigt oder der erste Taucher bei 120 Bar Luftvorrat angekommen war. Auch bei Anzeichen eines Tiefenrausches sollte man richtig reagieren. Während des senkrechten Aufstieges wurden dann Dekopausen auf 9, 6 und 3 Meter simuliert. Und immer wieder Maske absetzen und ausblasen, sei es auf 40 Meter oder ohne Maske abtauchen. Da sollten wir nach dem Bubblecheck auf 5 Meter alle bis auf den Gruppenführer die Maske abnehmen und dann weiter auf 15 Meter abtauchen. Eine Gruppe hielt sich während dieser Übung an einem Bojenseil fest bis alle die Maske abgesetzt hatten. Als sie gerade mit dem Abstieg beginnen wollten, da schlugen sie schon unten auf dem Boden ein und jeder glotze blöd, da alle noch das Bojenseil in der Hand hielten. Nur war die Boje etwas marode und trug das Gewicht von 4 Tauchern nicht mehr. Die Lacher waren ihnen gewiss.

Bild "Reiseberichte:Rosas4.jpg"Aber so lustig ging es nicht immer zu. Auch wurden viele schlechte Noten verteilt, z. B. wenn die Übung misslang oder bei der Gruppenführung et was nicht so rund lief. Ingesamt fielen 10 Anwärter durch, was grob 20 % waren.

Am letzten Tag war dann nur noch die Apnoekombiübung dran. Wir mussten an einem Seil von 25 Meter, das in 5 Meter Tiefe war, entlang tauchen und am Ende einen Palsteg um das Bojenseil machen. Hört sich schwer an, war es aber dann doch nicht. Locker konnte man die Strecke bewältigen und wenn man den Knoten vorher geübt hatte, dann ging das auch ganz flott.

Nach dieser Prüfung wusste man, nun kann nix mehr passieren und die ganze Anspannung fiel von einem ab. Bei mir war es auf jeden Fall so und schon wurde wieder viel gelacht. Am Abend machten wir dann eine feierliche Übergabe der Urkunden und ein bisschen Programm. Paul spielte auf seiner Klarinette und auch Brigitte hatte ein Lied mit Gitarrenbegleitung einstudiert. Das Beste aber forderten wir unseren Prüfern ab. Diese mussten im Team „Wer wird Millionär“ spielen. Natürlich waren es lauter Taucherfragen. Eine z. B.: „Wie beginnt das 11 Kapitel des Buches Gruppenführung von Peter Bredebusch?“. Da haben sie nur kurz gestrauchelt und Peter gleich angerufen, da ja der Telefonjoker noch nicht aufgebraucht war. Alles in allem war es ein netter Abend und ziemlich kurz. Denn die meisten haben sich so einen hinter die Binde gegossen, dass die Putzfrauen wohl viel zu tun hatten. Uns war es egal, denn wir reisten um 7 Uhr am nächsten Tag ab und hatten nur etwas Kopfweh im Handgepäck.