Logo

Philippinen 2003, von Peter


Nach einem Vortreffen, an dem geregelt wurde, wer was mitzunehmen hatte, ging es am 01.03.2003 mit einen Taxibus zum Frankfurter Flughafen. Während der Fahrt schon versuchte Manfred den Fahrer zu einer Tauchausbildung zu überreden, na ja, fast. Mit von der Partie waren Evi und Manfred, Anja und Stephan und ich (Peter). Evi und Manfred kennt ja jeder. Anja und Stephan sind von dem TSC Mannheim und mich kennt man als den Schwarm der Parkplatzwächterehefrauen.

Nach dem üblichen Reiseverlauf über Dubai kamen wir in Manila an. Da erwartete uns schon eine Überraschung, als ein Philippino mit einem Schild "Ralf Bohn" uns erwartete. Er wurde vom Reisebüro geschickt und kümmerte sich um den Transfer von und zu dem Flughafen. Echt nett. Wir mussten eine Nacht in Manila verbringen, da der letzte Anschlussflug um ca. 16 Uhr ging und wir erst um 21 Uhr ankamen. Durch das gut zusammengestellte und reichliche Flugzeugessen waren wir alle nicht sehr hungrig, so beschlossen wir, nur ein paar Chips und Bier zu besorgen.
Als Erstes musste Manfred noch Geld wechseln. Stephan und er gingen in eine Wechselstube, während Evi und ich als Bodyguards draußen Wache schoben. Nachdem Manfred und der Typi hinterm Schalter sich auf einen Wechselkurs geeinigt hatten und der ihn danach auch noch bescheißen wollte, gingen wir dann noch in den Supermarkt und kauften fast alle Geschmacksrichtungen an Chips, die es gab und 3 Flaschen Bier. Nach einem Gelage, ach erwähnte ich, dass es Literflaschen waren, in meinem Zimmer und ein paar Stunden Schlaf trafen wir uns am Frühstücksbuffet. Respekt. Morgens gab es schon alle erdenklichen gekochten Speisen. Irgendjemand erwähnte noch so etwas wie "Nur keine Austern essen!". Da hatten wohl auf der letzten Reise ein paar gek.... ;-)

Pünktlich um 9 Uhr brachte uns der Reisebürotaxifritze an den Flughafen. Unser Flieger sollte um 11 Uhr starten....mmm....der wurde aber storniert, wegen geringer Beteiligung. So konnten wir also erst die Maschine um 14 Uhr nehmen, was uns ein Gratisessen einbrachte. Maschine ist vielleicht übertrieben, es war nur eine etwas größeres Propellerflugzeug. Laut und turbulent ging der 1-stündige Flug nicht ohne Zwischenfall über die Bühne. Da ein Mitreisender unserer Truppe wohl keinen Kaffee verträgt, ohne ihn gleich wieder rauszulassen, hatte dieser jener einen ernsten Gesichtausdruck und Schweißperlen auf der Stirn. Ich möchte nicht seinen richtigen Namen nennen, also nenne ich ihn mal Ralf. Als die Landepiste endlich in Sichtweite kam, na ja, Schotterpiste ist wohl ein besserer Ausdruck und das Flugzeug zum Stillstand kam, da musste Ralf, anders als der Papst, gleich die Erde befeuchten und das direkt hinter der Maschine. Ich hätte schwören können, dass dort sofort eine Kaffeepflanze aus dem Boden spross - bei der Menge Wasser.
Als das allgemeine Wohlbefinden wieder hergestellt war, fuhren wir mit sogenannten Cheepneys nach Coron. Cheepneys sind die offenen Busse auf den Philippinen. Also, sehr staubig und waaaaaahnsinnig vertrauenswürdig. Im Hafen trafen wir dann auf Heinz und Vera unsere Gastgeber. Beide Schweizer und braun gebrannt. Kein Wunder, erwähnte ich schon, dass es über 33 Grad im Schatten hatte? An Bord der Marybeth erwarteten uns noch zwei weitere Gäste. Ingrid und Holger aus Düsseldorf. Na ja, Düsseldorfer halt. Fragt Evi nach den beiden... grins.. Das einzig erwähnenswerte waren die Badeanzüge von Holger. Ja Holger, nicht Ingrid. Durch die Flugverspätung kamen wir erst als es Dunkel war an unserem ersten Ankerplatz an. Das bedeutet: Nachttauchgang! Manfred, Stephan und ich machten also nach sorgfältigem Briefing von Heinz am Wrack des Gunboat East Tangat unseren ersten Dive.
Es folgten in den nächsten Tagen noch viele Tauchgänge an den unterschiedlichsten Wracks. Frachter, Versorger, Tanker, Wasserflugzeugträger, Kühlschiff und ein Fischtrawler wurden von uns genau unter die Lupe genommen. Alle Wracks waren von einem unvorstellbaren Korallenbewuchs und von vielen Fischarten umgeben. In manchen fand man noch Spuren der Ladung. So konnten wir die Überreste von einem Traktor und einer Planierraupe (ich nehme mal an es war eine) bewundern oder was davon übrig geblieben war. Aber auch Porzellanscherben, Seilwinden, Kessel und einem Toyota mit Weißrandreifen. Ob es wirklich ein Toyota war? Ralf behauptete es jedenfalls...;-)
Die Tauchgänge durch die Frachter fand ich am aufregendensten, denn mit einer 15-Liter-Flasche war es ab und zu nicht so einfach durch die Luken und Löcher zu kommen. Böse Zungen behaupten, dass es nicht nur an der Flasche lag - Geschwätz.

Natürlich tauchten wir nicht nur an Wracks, nein wir besuchten auch das Luson Riff, Calumbyan Island Riff und das Apo Riff etwas außerhalb der Inselgruppen. Während die beiden Erstgenannten in einer Tiefe von ca. 20 Meter ihr Ende fanden, so konnte man am Apo Riff auch mal auf 50 Meter runter. Natürlich sind 40 Meter genug und so schweige ich über die wirklichen Tiefen.

Nun möchte ich auch ein bisschen über die Tiere unter Wasser zum Besten geben. Man sagt ja Seeschlangen seien giftig. Und die erste hatte Evi in ihrer Tauchbox. Zum Glück half Manfred Evi beim Anrödeln und er entdeckte das Vieh rechtzeitig. Als dann Vera noch sagte wir sollten uns fernhalten, da steckten wir erst mal unsere Köpfe rein, um eine bessere Sicht zu haben und ein Foto zu machen. Tito, der eine große Angst vor Schlangen und Haie hatte, musste das Tier dann mit der Spaghettizange wieder ins Meer befördern. Tito ist einer der beiden Crewmitglieder und für das leibliche Wohl zuständig. Also kochen, das kann er ;-).
Aber zurück zu den Tieren. Eine Seeschlange gut und schön, aber wenn man sie nicht während eines Tauchganges sieht, ist das wohl nicht so prickelnd. Ha, ein paar Tage später hatte ich das Glück und eine tauchte mit mir vor meiner Brille ab. Mit Gezappel machte ich auf mich aufmerksam und konnte Evi und Manfred die Schlange noch zeigen. Sie war wie die in der Box, schwarz-weiß geringelt. Anja und Stephan hatten das Pech, da sie in der zweiten Gruppe waren und so bekamen sie von dieser nichts mit.
Irgendwie hatte ich wohl ein bisschen Anfängerglück, denn bei einem Nachttauchgang allein mit Manfred, die anderen hatten sich mal schon wieder die Haare gewaschen, konnten wir zwei weiße Seepferdchen bestaunen. Ihr glaubt gar nicht was für neidische und ungläubige Blicke ich von den anderen zugeworfen bekam. ....grins..... Aber das war noch nicht alles. Neben diversen Schnecken, Krabben, Scherengarnelen und Strudelwürmer sahen wir auch Glasbarschschwärme, Barakudaschwärme, Drachenköpfe, Krokodilfische, Rotfeuerfische und Muränen. Kugelfische, große Demoisellenschwärme, Krebse, Sepias, Langnasenbüschelbarsche, Büschelbarsche, Brunnenbauer und Fledermausschwärme. Auch konnten wir einen Mandarinfisch mit seinem bunten Muster bestaunen. Und und und.

Am Apo Riff sahen wir dann unsere ersten Haie. Ein paar Weißspitzriffhaie und Grauriffhaie und einen großen Hammerhai. Beeindruckend war, als wir uns in die Strömung legten und uns zwei Grauriffhaie durch ständiges kreisen begleiteten. Die andere Gruppe, Anja und Stephan, sahen dort noch einen Fuchshai. Na ja, so hatten sie auch mal Glück. Am Paradise Club Hausriff kamen wir dann noch in den Genuss Schildkröten beim Fressen zu beobachten. Auch ein Adlerrochen tat sich dort an dem Seegras gütlich. Während die Blaupunktrochen entweder faul im Sand lagen oder in Panik davon stoben. Faszinierend waren auch der riesige Schwarm Großaugenmakrelen. Als wir bewegungslos im Wasser lagen, waren sie um uns herum und man sah nur noch Fisch und sonst nichts. Einmal nach dem Mittagessen, es gab leckeren gegrillten Thunfisch, entdeckten wir ein paar sehr große Thunfische. Ich dachte nur, hoffentlich kriegen die nicht mit, dass wir sie gerade auf dem Teller hatten.
Eine Sache muss ich noch erwähnen, alle machen so ein Aufruhr einen Geisterpfeifenfetzenfisch zu sehen. Verstehe ich nicht - wir sahen sie am laufenden Band. Als letztes fehlt noch die Delfinschule, die zog etwa 500 Meter an unserem Boot vorbei.

Unbedingt erwähnen muss ich noch den Lake Baracuda. Nach einer kleinen Kletterpartie mit unserem Tauchgerödel über spitze Felsen, entspannten wir uns in erst 29 Grad und dann bis 37 Grad warmen Wasser, je nach Tiefe. Es könnte auch wärmer gewesen sein. Als wir aber wieder raus mussten, so kamen uns die 29 Grad dann als Eiswasser vor.
Genug vom Tauchen und Fischen, nun will ich noch über das heiße Nachtleben an Bord der Marybeth berichten. Nachts war es wirklich heiß. Man konnte kaum schlafen und dann noch die Geräusche. Badong unser Kapitän war eindeutig Weltmeister im akustischen Atmen, aber auch Manfred stand dem im nichts nach. Wer schon öfters mit mir unterwegs war, der weiß, dass ich mich da wirklich raus halte .....grins..... Anja meinte nur, dass sie kein Auge zumachen konnte. Das lag wahrscheinlich an den Wellen, die an das Boot klatschten. Mich hatte das alles nicht gestört, denn ich stopfte mir Ohrenstöpsel rein und verpennte sogar den Wellengang als wir zum Apo Riff fuhren. Wie sagt man doch so schön: "Kleine Sünden bestraft der Herr sofort." Denn bei dem Versuch mich mitten in der Nacht zu wecken, prellte sich Stephan eine Rippe und jammerte bei jeder Bewegung und Nieser rum. Apropos jammern, Stephans meist genannter Satz: "Brrrrr, ist das kalt!". Der geht auch, so hat er selbst erzählt, mit dem Shorty ins Schwimmbad. Auch andere hatten ihren Standartsatz, den sie zig mal am Tag benutzten. Ratet mal, wer immer fragte: "Schatziiiiii, wo ist mein Brillenetui?". Ich trage zwar eine Brille, hatte aber kein Schatzi dabei und Stephan war Brillenlos :.

Wie ich schon zu Anfangs erwähnte, sollte jeder was mitnehmen. Somit erweiterten wir unser Frühstück mit Käse, Salami, Honig und Nutellaersatz. Auch genossen wir guten Cappuccino. Zu Evi's 700. Tauchgang kippten wir stilecht eine Flasche eisgekühlten Speyerer Kurpfalzsekt. Aber Evi war nicht die Einzige, die ein Jubiläum hatte. Stephan machte auch seinen 700. Anja brachte es auf ihren 600. Und Spitzenreiter war natürlich ich mit meinem 100. Manfred hat so wenig Tauchgänge, dass er nichts zu feiern hatte. Ein weiteres Highlight war Evi's Geburtstag. Denn wir hatten ja nicht nur eine Flasche Sekt dabei. Neeeeeeiiiiiiiin. Irgendwie brachten wir eine super Ananas-Mango-Bowle hin, mit einem Hauch Tanduay Rum. Lecker, Lecker, Lecker.

Natürlich hatten wir auch ein paar Verluste. Evi verlor ein Messer, als sie hilfsbereit die Teller nach dem Essen abkratzte. Seit diesem Zeitpunkt durften wir nicht mehr helfen, da wohl an Bord nur begrenzte Menge an Geschirr zur Verfügung stand ;-). Anja verlor nur ein paar Hautfetzen an den Fingern, als sie ihre rasiermesserscharfen Cressiflossen auszog. Es wurde viel über eine Sammelklage geredet, aber da kam nichts dabei raus. Ach ja, Anja ist wohl ein bisschen ungeschickt, da sie sich auch das Knie blutig schlug, als wir in einem Süßwasserteich mit Wasserfall uns einmal das Salz vom Körper wuschen. Bevor ich es vergesse - an Evi's Geburtstag gab es einen selbstgebackenen Kuchenzopf mit Kerze darauf und hausgemachte, oder soll ich besser schreiben, bootsgemachte Spätzle zum Abendessen. Tito war in Sachen kochen wirklich super. Auch machten wir eines Abends ein BBQ. Es gab an irgendeinem Strand Grillspieße mit Salat und eiskaltem Bier. Ja, immer kalte Getränke, da fühlte man sich wie im Urlaub. Mit einem Bier in der Hand konnte man es wirklich abends aushalten. So wurde erzählt oder was gespielt und man erfuhr einiges über schon da gewesene. Beim Spielen gab es nur einen Glückspilz und der hieß Manfred "Ralf" Bohn. Bald wollte keiner mehr mitspielen, weil er immer gewann, bis zu dem historischen Tag, als Stephan und ich ihn zu Null beim Würfeln schlugen. Dieser Tag, ich weiß nicht mehr welcher, werde ich im Kalender anstreichen.
Das Manfred der heimliche Chef war, bewies Tito eines morgens, als wir vor dem Frühstück tauchen waren. Evi schlief mal wieder etwas länger und wollte dann vom dem guten mitgebrachten Bohnenkaffee haben. Doch Tito meinte nur: "Manfred later" und lies Evi einfach stehen.

Eine weitere Abendaktion war, als wir vor Club Paradise ankerten. Endlich mal ein Abend mit Bargetränken. Wir erst mal die Haare gekämmt und dann an Land. Dort gab es leckere Cocktails. Während wir darauf warteten, vergnügte ich mich mit der Bardame Sharmine. Nicht was ihr denkt. Wir tauschten nur Kartentricks aus .....grins.. Stephan schlug ich noch beim Billiard, wo dann solche Sprüche fielen: ‚Die Bande ist krumm!' usw.

Also, im nachhinein war es meine beste Tauchsafari, die ich je mit gemacht habe. Gut, es war meine Erste, aber es hat alles gepasst. Man fühlte sich an Bord von Vera und Heinz einfach sauwohl und dafür möchte ich danken. Und falls einer Kontakt aufnehme möchte, dann schreibt einfach an info@abcdive.com. Und erwähnt meinen Namen, dann bekomme ich beim nächsten Mal bestimmt Prozente ;-). So, Schluss jetzt!