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Apnoe Tieftauchen in Messinghausen am 02. September 2018, von Armin


Der „See im Berg“ im Sauerland bei Brilon ist einer der spektakulärsten Tauchseen im Westen der Republik. Auf 480 Metern gelegen, bietet der ehemalige Steinbruch, der nun durch Regenwasser 45 Meter tief geflutet ist, ein tiefblaues Tauchgewässer mit großen Sichtweiten.
Leider hat der See jedoch einen schlechten Ruf, als „Todessee“ wurde er bekannt. Lt. Presse gab es mindestens 7 Todesfälle und hunderte Rettungseinsätze wegen verunglückten Tauchern, bis ein engmaschiges Regelwerk mit Tiefenlimits und Brevet- und Erfahrungsnachweisen eingeführt wurde.

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Die guten Sichtweiten und die Helligkeit sind trügerisch und verführen dazu tiefer zu tauchen, als man handlungsfähig ist.
Von Mannheim fährt man rund drei Stunden dorthin und wird mit einem dramatischen Setting im Berg, tiefblauen- und an der Oberfläche 17°C kaltem Wasser entschädigt. Mit ein paar Bekannten aus dem Hessischen war ich am  2. September dort, um mit angehaltenem Atem dort zu tauchen.
Die Tageskarte kostet 20 Euro, die gut angelegt sind: Der relativ hohe Preis hält die Massen fern. Am Parkplatz kann man grillen und der Weg zum Einstiegsponton ist nicht weit.
Die möglichen Tauchtiefen laden natürlich technische Taucher ein. Als Apnoetaucher ist man aber auch nicht allein. Am Sonntag waren rund 10 Leute an den Bojen unterwegs.

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Eingetaucht haben wir uns zunächst an Plattformen auf verschiedenen Tiefen unter 12 Meter, an denen Bojen mit entsprechenden Seilen verbunden sind. Auch das steil abfallende Ufer lud zur Erkundung ein. Baumwurzeln sind zu erkunden, aber viel Fische wird man nicht finden. Das klare tiefblaue Wasser zog uns alsbald zu tieferen Gefilden: Ein versenkter Trabbi (mit Fahrer) auf 20 Metern, ein Van auf rund 23 Metern sind zu erkunden. Weitere Objekte und ein Tauchtunnel sind auf teilweise größeren Tiefen bis 45 Metern zu finden.
Als Apnoetaucher erlebt man ein Eldorado an Möglichkeiten, aber das kalte Wasser lässt lange Sessions nicht zu und gemütlich an der Boje hängen und schwätzen sollte man auch nicht zu lange.. Nach 90 Minuten sind wir trotz sonnigem Wetter und bester Motivation am Zittern und machen eine längere Pause.
Die für Taucher übliche kameradschaftliche Campingplatzatmosphäre, untermalt mit Geruch von Grillwürsten und heißem Kaffee, sorgt für viele Gespräche, auch über Landesverbandsgrenzen hinweg.
Die zweite Session wurde dann nach einer Stunde wegen des zunehmenden Kälteempfindens etwas kürzer. Der Himmel hatte sich zugezogen und der Wind hatte zugenommen. Und dann wird es hier rasch kalt und man kann Apnoetauchen vergessen, wenn der Kreislauf hochdreht.

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Wer sich das Alles einmal selber anschauen mag, kann unter „See im Berg“ bei google Näheres erfahren. Von meiner Seite ergeht eine klar positive Empfehlung.
Euer Armin

Quellen:
http://www.see-im-berg.de/
https://www.wp.de/staedte/altkreis-brilon/im-beruechtigten-see-im-berg-darf-wieder-getaucht-werden-id11058842.html