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Manado 2004, von Peter


Nach langem Drängen und weil es sonst keiner macht, habe ich beschlossen mal wieder was in die Tasten zu hauen. Somit berichte ich von einem Tauchtrip, der uns dieses Mal nach Indonesien führte. Stefan R. scharte eine kleine Gruppe um sich, die ihn auf das Tauchschiff Liburan begleitete. Neben Evi und Manfred, Stefan N. und mir, fuhren auch Moni und Günter von den Seeteufeln mit. Somit kann man sagen, dass nur GST Mitglieder dabei waren.

Nun, der erste Schock kam noch, bevor wir überhaupt am Flughafen waren. Der Rückflug von Stefan N. und mir wich von denen der anderen ab und keiner hatte es bemerkt. So sollten wir einen nicht gewollten Aufenthalt von 18 Stunden in Singapore haben. Der Reisebürotypi versuchte dann alles um uns noch umzubuchen, konnte aber uns nicht sofort eine Bestätigung geben. Mit dem Gefühl einen Hotelgutschein auf dem Rückflug vorzufinden oder mit den Anderen pünktlich zurückzukommen sind wir dann zum Flughafen, wo wir erstmal zwei Flaschen Sekt kippten. Zu dieser gemütlichen Runde gesellte sich eine Dame, die dann allen eine Miles&More Karte mit einem kostenlosen Jahresabo Focus aufs Auge drückte, die diese noch nicht hatten. Der Flieger war dann vom Feinsten. Jeder hatte seinen eigen Bildschirm, auf dem man entweder Nintendo spielen oder einen von 60 Filmen anschauen konnte. Also während der eine oder andere die Augen schloss, zog ich mir 11 Stunden lang nur Filme rein. Jeder so wie er will ;-). Nach weiteren 3,5 Stunden Flugzeit von Singapore nach Manado wurden wir von Jennifer und Rudi, dem Besitzer der Liburan, am Flughafen abgeholt. Nach einer kurzen Fahrt (1 Stunde) waren wir dann an der Anlegestelle, wo wir auf das Domizil, für die nächsten 14 Tage, übersetzten. Das Schiff hatte alles was ein Taucher braucht. Neben 4 Kabinen und 1 Bad, das sehr spartanisch war, aber immerhin mit Spülung, hatte das Schiff ein großes Oberdeck auf dem die Mahlzeiten eingenommen wurden. Auch gab es immer kühle Getränke ( vor allem Bier ..grins...), da ein Kühlschrank vorhanden war. Leider musste deshalb auch Tag und Nacht das Aggregat laufen. Was den Einen oder Anderen um seinen vielleicht wohlverdienten Schlaf brachte. Ich hatte da keine Probleme dank Ohrenstöpsel.

An Tauchen war nicht gleich zu denken, da wohl unser Ankerplatz für die Nacht - laut Rudi - nicht geeignet dafür war. Am nächsten Tag war ich um 6 Uhr wach, ausgeschlafen und fit. Nun konnte der erste Tauchgang beginnen. Nach einem ausführlichen Briefing, das einer von den zwei Guides (Nonsix & Deddy) immer machte, schraubten wir unsere Ausrüstung das erste Mal selbst zusammen. Ab da an machte das dann nur noch die Crew. Wir mussten uns selbst nur in den Anzug quälen und den Rest bekam man auf dem so genannten silbernen Tablett serviert. Vor dem Frühstück noch sprangen wir ins Wasser und sahen unseren ersten Schwarzspitzenriffhai. So, nun konnte der Urlaub beginnen.

Die ersten Tage verbrachten wir im "Bunaken Nationalpark". Sehr schöne Riffe mit fliesenden Übergängen oder tolle Drop Offs. Wahnsinnigen Bewuchs und Artenvielfalt rundeten die Tauchplätze ab. Während Schildkröten sich bis zu einem Meter an uns rantrauten, so waren die Haie doch etwas scheuer. Bis auf den einen, der mit mir, bei einem Nachttauchgang beinahe kollidierte. Alle Nachttauchgänge hatten es in sich. Wir hatten einen guten Platz (Bunaken II) gefunden, wo wir entweder Haie oder Schildkröten sehr nah sahen. Aber das Highlight war wohl die Nautilus, die nur unsere Gruppe (Evi, Manfred, Stefan und ich) gesehen hatten, da die Anderen eine andere Richtung einschlugen. Tja, Pech gehabt.

Das zweite Gebiet war "Banka". Es stand an Bewuchs dem Bunaken Nationalpark in nichts nach. Ich würde sogar sagen, dass die Riffe besser waren. Nach Banka gingen wir dann in die "Lembeh Strait". Dort tauchten wir nicht mehr an Riffen, sondern in schwarzem Sand. Die Umgebung macht hier nicht den Reiz aus, denn neben Sand waren einige Tauchplätze voll vom Müll, da der Hafen in der Nähe war. Also, warum sind wir dann 25-mal ins Wasser???? Natürlich wegen den Fischli. Von großen oder kleinen Seepferdchen, Seenadeln, glatten oder haarigen Angler-, Skorpion-, Doktor-, Igel- und Steinfische konnten wir alles bewundern was das Herz begehrt. Ob Muränen, Frogfische, Schlangenaale oder Geisterpfeifenfetzenfische, unsere Guides fanden immer was. Faszinierend waren die Fressmethoden von Anglerfischen oder Sephia. Den Angler beobachteten wir als dieser 4 Fische verschlang, die nicht viel kleiner waren als er selbst. Heiß war auch das Jagen der Sephia. Blitzartig schossen die Fangarme nach vorne und beförderten die Nahrung ins Maul. Auch sollten wir einen tollen Tauchgang erleben, wo wir Mandarinfische beim Paarungsritual beobachten durften. Dafür mussten wir einen Nachttauchgang streichen, da die Mandarinfische nur in der Dämmerung zum Vorschein kommen. Na ja, einmal und nie wieder. Wir legten uns für 40 Minuten auf die Lauer und bewegten uns nicht. Total aufregend...uhh..
Spaß machte auf jeden Fall das Selbst Entdecken. Je kleiner umso größer die Freude. So erhielt der Stefan N. den Beinamen Drachenkopfstefan. Mich nannte man nur noch den Schneckenpittes, denn ich hatte ein Auge für alle möglichen Schnecken. Ob Nackt-, Faden-, Pyjama-, Tiger- oder Helmschnecke, wir sahen sie alle. Auch darf ich nicht die Krebse, Krabben und Garnelen vergessen. Die Monsterkrabbe erkannte man nur, wenn sie sich bewegte.
Da ich nicht jeden Tauchgang und alle Viecher einzeln beschreiben möchte, so sei euch versichert, dass wir auf unsere Kosten kamen. Auch kam eines Morgens eine Pilotwalschule an unseren Boot vorbei. Manfred hatte nicht lange gefackelt und sprang mit ABC Ausrüstung ins Wasser. Aber keine Chance, denn die Schule war etwas schneller. Da müsste man wohl noch ein bisschen trainieren. Auch betauchten wir einige Wracks, die sehr sehenswert waren.

Neben dem Tauchen kam auch das Gemütliche nicht zu kurz. Meinen 300. feierten wir mit einer leckeren Ananasbohle, die es in sich hatte - denn die Ananas war ein paar Stunden in Cognac eingelegt (gut gemacht Evi). Monis 600., Stefans 1000. und mein 333. brachte uns jeweils eine Runde Bier ein, da ich nur eine Flasche Sekt dabei hatte. Über Stefans 1111. will ich lieber kein Wort verlieren. An einem Abend saßen wir mit der Crew zusammen und lieferten uns einen Singwettstreit. Leider muss ich sagen - also an Günter lag es nicht, der hat wirklich gut Gitarre gespielt, aber unsere Textkenntnisse im deutschen Liedgut waren miserabel. So hatten die Indonesier die Nase vorn. Aber das machte ja nix, denn wir amüsierten uns prächtig.
Während wir uns an das eisgekühlte Bier hielten, vernichtete die Crew lieber Palmenschnaps. Ich habe den dann auch probiert .... uuuuhhhh ... dann lieber trocken bleiben. Das hätte sich mal einer von uns zu Herzen nehmen sollen. Dieser lässt einen Nachtauchgang aus, um mit Rudi schon vor dem Abendessen zum gemütlichen Teil überzugehen. Die Quittung lag am nächsten Morgen auf dem Kopfkissen. Nur gut das jener einer auf dem Deck schlief. Nicht auszudenken, wenn er im Stockbett oben gelegen hätte. ..igitt...
Aber wir hatten nicht nur Flüssiges dabei. Unser Frühstück hielten wir mal wieder typisch deutsch - Schwarzbrot, Salami, Käse und Bohnenkaffee. Auch hatten wir von zu Hause Marmelade mitgebracht. Stefan R. präsentierte stolz seine selbstgemachte Kirschmarmelade, die sich dann als Pflaume herausstellte. Stefan hatte immer eine Extrawurst in der Tasche. Er war auch der einzige von uns der an Deck schlief ;-).

Während die einen in den Tauchpausen dösten oder die Männerbravo Men's Health lasen, konnte Günter nicht die Finger vom Schrauben lassen. Es liegt ihm halt im Blut, so revidierte er Stefans Air II, da dieser abblies. Nur hatte er nicht Stefans erwischt, sondern Manfreds. Der freute sich über die unerwartete Pflege seiner Ausrüstung. Der Air II war aber nicht das Einzige was auf den neusten Stand gebracht werden musste. Bei den Guides konnte er dann auch richtig Hand anlegen, da denen ihre Ausrüstung schon lang bessere Tage erlebt hatten. Wo er seine Fähigkeiten nicht einsetzen konnte war, als Stefans Kamera absoff. Echt ärgerlich für Stefan, aber er nahm es mit Galgenhumor, denn er behauptete, dass nun sein Urlaub begänne. Auch die zweite Kamera funktionierte nur kurzweilig, da Günter das Akkuladegerät vergaß.

Während wir die Ruhe suchten, da konnte es schon mal vorkommen dass ein Fischerboot mit satter Stereoanlage an uns vorbeischipperte und dabei irgendwelche Indonesierschlager in Discolautstärke spielte.
Aber auch diese kleinen Unannehmlichkeiten konnte diesen Urlaub nicht vermiesen, denn die Tauchgänge waren Spitze und das ist was zählt. Ach ja, beinahe hätte ich es ja vergessen. Stefan und ich konnten dann doch mit den anderen zurückfliegen. Nur gut das wir in einem anderen Monat zurückflogen so hatte das Programm der Filme im Flieger gewechselt und ich war wieder 11 Stunden beschäftigt ... grins...