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Reisebericht Malediven 2002, von Stefan


Teilnehmer:
Ute Sebastian
Robert Sebastian
Stefan Neeser

Freitag 12.7.:
Da die ganze Reise last minute (Reiseveranstalter SUB-AQUA) war und auch nicht mehr viele Plätze frei waren, konnten wir nicht ab Flughafen Frankfurt fliegen, sondern mussten in München abfliegen. Ute und Robert kamen dann mit dem Mietwagen mittags bei mir in Rauenberg vorbei. Nach einer kurzen Stärkung im örtlichen McDonalds (sehr günstig direkt an der Autobahnausfahrt gelegen) machten wir uns dann auf. Bis auf die üblichen Staus rund um München verlief die Fahrt ereignislos. Vor München konnten wir dann die ersten Orientierungsübungen (ohne Kompass, nur mit Karte) machen. Wir kannten jedenfalls nach unserer Orientierungsfahrt zahlreiche kleine Örtchen rund um den Flughafen München.

Das Einchecken ging dann ohne Probleme. Das Tauchgepäck wurde problemlos akzeptiert, evtl. vorhandene Tauchlampen sollten wir in unser Handgepäck tun. Ob die Lampe dann zerlegt war, die Transportsicherung aktiv war, hat eigentlich niemanden so richtig interessiert.

Samstag 13.7.:
Nach 9 Stunden Flug kamen wir dann so gegen 9:00 auf Male an. Die Verpflegung an Bord war gut und unser Gepäck war auch alles angekommen, so dass wir nach Ankunft in Male ins Wasserflugzeug (siehe Bild) umsteigen konnten. Das Tauchgepäck wurde auch kostenlos mitgenommen (LTU hatte den Transport des Gepäcks nur bis Male garantiert). Da nicht genug Platz in der Maschine war, Taucher nehmen auch immer so viel Zeugs mit, konnte nur ein Teil mit genommen werden, der Rest kam dann nachmittags per Air Taxi nach. Das Wasserflugzeug war jedenfalls aufgetankt, man konnte das Flugbenzin gut riechen und man fühlte sich nach ein paar Minuten wie Jan Ulrich seinen nächtlichen Ausflügen. Oder sollte das nur die Leute benebeln, die noch nie mit so einem Teil geflogen waren??? Einige sind dann noch mal zusammengezuckt, als bei der Beschleunigung die Cockpittür noch mal aufging und der 3. Mann der Besatzung reinkam. Er hatte auf dem Schwimmer noch die Taue geordnet.
Nach einem kleinen Zwischenstopp bei Angaga kamen wir dann nahe der Insel Machchafushi an. Vom Landesteg ging es per Dhoni (Mischung aus Fischer- und Transportboot) Richtung Bootssteg Machchafushi (Fahrzeit ca. 15 Min.). Am Empfang folgte dann der übliche Papierkram Einchecken, Anmelden in der Tauchbasis, etc..
Nach dem Mittagessen gingen wir erst mal Schnorcheln und sahen auch unseren ersten Rochen. Sehen bedeutet hier "beinahe auf den Rochen treten und dann schauen wie er sich aus dem Staub macht".

Sonntag 14.7.:
Nach dem Frühstück hatten wir dann unseren "Überprüfungstauchgang" mit einem weiblichen Tauchguide. Nachdem jeder tariert war, durften wir dann die Maske absetzen, aufsetzen und wieder ausblasen, den Automaten nach hinten werfen und wieder angeln. Diese Übungen sollten fürs erste genügen, um Abtauchen zu dürfen. Danach folgte noch ein Tauchgang am Hausriff zu einem Wrack auf ca. 25-30m. Dabei gab es dann schon die ersten 2 Haie, Feuerfische und eine Rochen zu sehen. Der Tanker war ca. 52 m lang und wurde 1998 versenkt. Der Tanker wurde von der Unterwasserwelt bereits gut angenommen und ist auch schon schön bewachsen. Da wir nach Überprüfung unseres Logbuches noch nicht die vorgeschriebenen 30 Tauchgänge für Tauchen ohne Guide hatten, sollten wir uns für die ersten Tauchgänge an den Außenriffen an einen Guide hängen. Am Hausriff durften wir auch alleine. Prinzipiell galt die Regel, nicht länger als 60 Minuten und nicht tiefer als 30m. Die Computer hat aber niemand kontrolliert. Das Tragen des Computers beim Tauchgang war jedenfalls vorgeschrieben.

Nachmittags hatten wir dann den ersten Tauchgang an einem Außenriff. Wir, das waren Kerstin, Robert und Stefan. Kerstin war tauchtechnisch alleinstehend, da ihr Freund aufgrund von schlechten Erfahrungen (Probleme Druckausgleich) nicht taucht. Wir haben auch so ziemlich alles versucht, aber zu mehr als einem Schnuppertauchgang konnten wir ihn nicht bewegen. Das mit dem Tauchguide war auch so eine Sache, da er noch jemanden dabei hatte, der sich mehrfach am Riff verfing und die Fische durch Tarierungsversuche erschreckte, hatte er für uns nicht so viel Zeit.

Die Außenriffe war in der Regel 35-45 Minuten entfernt. Die Bootsfahrten waren während unseres Aufenthaltes auf Machafushi kostenlos. Sie kosten normalerweise nochmals 8-10 Dollar pro Dhonifahrt.

Abends sind wir dann noch zum Nachtfischen rausgefahren. Jeder bekam eine Angelschnur mit Köder und konnte sein Glück versuchen. Lustig waren auch die verschiedenen Lösungen zu "was mache ich, wenn ich auf dem Boot dringend mal muss und es keine Toilette gibt". Es zeigte sich jedenfalls, dass Männer es wesentlich einfacher diesbezüglich haben.

Montag 15.7.:
2 Tauchgänge, einmal Außenriff und noch ein Dämmerungstauchgang am Hausriff.
Ansonsten nichts außergewöhnliches.

Dienstag 16.7.:
Ab heute durften wir dann ohne Guide tauchen.
Wir hatten 2 Tauchgänge mit dem Boot und einen Nachttauchgang am Hausriff.
Beim 2. Bootstauchgang hat unser Guide die Strömung getestet und meinte dann "small to medium current". Das war eh sein Standardspruch, etwas anderes hat man nie von ihm gehört. Am Anfang ging es noch ziemlich gut, zum Schluss bekam Kerstin dann Probleme. Sie hatte die Ausrüstung von der Tauchbasis geliehen und ihrer Flossen waren doch einige cm kürzer als unsere. Bevor es uns dann zu weit abtrieb, sind wir aufgetaucht, haben eine Boje gesetzt und haben uns auffischen lassen. Die Boje war übrigens vorgeschrieben. Wer keine hatte, bekam kostenlos eine von der Basis.

Mittwoch 17.7.:
Heute stand ein Ganztagesausflug mit dem Boot und 3 Tauchgängen auf dem Programm. Das Boot war fast leer: 5 Taucher, jemand vom Hotel, die an ihrem freien Tag auch tauchte, 1 Guide und 2 Leute Bootscrew.

Donnerstag 18.7.:
Auch heute außer 2 Tauchgängen nichts besonderes.

Freitag 19.7.:
Tauchfrei, da wir am Samstag dann abflogen. Zeit um "Urlaub" zu machen, bisher waren wir ja meistens tauchen. Also, Sonnenbaden, Schnorcheln, Volleyball spielen etc.

Samstag 20.7.:
Gleich nach dem Frühstück sind wir mit dem Air Taxi nach Male. Nach einer rasanten Fahrt (und wir dachten die vor einer Woche war schon schnell) einmal quer über die Landebahn ging's zum Terminal. Bei der Gepäckkontrolle haben sie dann etwas ungläubig auf die Automaten geschaut, so als ob wir die ersten wären, die so mit sich herum schleppen. Nach einer Woche auch wieder mal Gelegenheit Nachrichten zu schauen. Auf der Machchafushi hatten sie nur für die Weltmeisterschaft eine Fernseher aufgebaut ansonsten war da nichts. Der Rückflug war auch ohne besondere Vorkommnisse, es gilt nur festzuhalten, dass es noch kälter war als auf dem Hinflug, wenn das überhaupt geht.

Fazit:

Essen:
Sehr lecker, 3x am Tag Büffet, viel Fisch (unter anderem auch unser Fang vom Sonntag)

Tauchen:
Sehr schönes Hausriff. Hausriff z.T. interessanter als die Außenriffe.

Tauchcomputer:
Die falsche Einstellung des Tauchcomputers hinsichtlich Atemverbrauch, Luftreserve (50 bar) schafft Freunde und man geht mit Sicherheit durch das ständige "BEEP, BEEP" nicht verloren. Jedenfalls wussten wir immer genau, wo sich Robert gerade herumtrieb.

Hotel:
Nichts außergewöhnliches, auf der Insel waren eh 70% der Leute Taucher

Machchafushi:
Ist nicht sehr groß, außer Tauchen kann man eigentlich nicht viel machen