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Taucherlebnis Bonaire vom 05.02. - 19.02.2017, von Manfred


Tatjana und ich wollten mal wieder einen Tauchurlaub machen. Bonaire war das Ziel. Die Insel gehört zu den niederländischen Antillen (ABC – Inseln) und liegt nördlich von Venezuela. Wir haben alles von zu Hause aus gebucht. Flug, Ferienhaus, Auto und auch die Tauchbasis für unsere Luftversorgung. Alles, wie wir es von unseren Rundreisen her, gewohnt waren. Tatjana ist da ja fit wie ein Turnschuh.
Nun am Samstag den 05.02. gegen 06:00 weckte uns der Radiowecker. Aufstehen, Zähne putzen, Kaffee kochen, Auto laden und los gings. Wir hatten am Airport noch locker Zeit und erinnerten uns an vergangene Tauchurlaube, als der Sekt im Terminal geflossen ist. Diesmal gab es keinen. Wir konnten pünktlich das Flugzeug besteigen, doch als wir startklar waren, kam die Durchsage, es dauert noch bis zum Start. Es war ein komisches Gefühl, denn wir hatten nur 1 Stunde Aufenthalt in Amsterdam bis zum Anschlussflug.
Als wir endlich losflogen, hatten wir 105 min. Verspätung. Ich war immer noch überzeugt, das klappt mit der Verbindung. „Die werden doch nicht einfach fortfliegen“. Als wir ankamen, rannten wir zum Gate (und jeder, der den Flughafen Amsterdam kennt, weiß, wie weit dort die Wege sind)- aber am Gate war alles dicht, Flugzeug weg.
So gingen wir völlig frustriert zum Infotransfer und standen wie andere auch gefühlte 5 h an. Als wir dann endlich dran waren, wurde unser Flug auf den nächsten Tag umgebucht. Das Gepäck, so wurde uns versichert, kommt mit uns in Bonaire an.
Wir bekamen eine Übernachtung einschl. Nachtessen und Frühstück in einem Hotel von KLM gebucht. Es war zwar alles angemessen, doch ein Tauchtag war schon mal futsch.
Am nächsten Tag flogen wir dann nach Bonaire. Wir standen am Gepäckband. Wir standen und standen......unser Gepäck kam nicht. Wir wurden dann auf die nächste Maschine vertröstet. Nun ja, wir hatten unser Auto (der Fahrer holte uns ab), bezogen unser Häuschen und fuhren nach Abständen immer wieder zum Flugplatz. Das Gepäck kam nicht.

Am nächsten Tag machten wir das Beste daraus und erkundeten Bild "Reiseberichte:bonaire4.jpg"
Nicht nur overstekende duiker!
den Osten der Insel. Auf Bonaire gibt es 3 Tierarten, die dich ständig verfolgen: Wildlebende Esel (Achtung! Overstekende Ezels), eine Art Eidechsen, nur größer und grüne Leguane. Sie sind an jedem Rastplatz, in jeder Siedlung (auch in der Hauptstadt) und auch in unserem Garten, außer den Eseln, aber dafür gab es Gekos. Die waren uns willkommen.
Tatjana trug gleich am ersten Morgen einen Miniskorpion, der sich auf iherm Höschen niedergelassen hatte, ins Freie. Ja, wir lebten wie im Zoo: Kolibris, Singvögel, große Schmetterlinge, verschiedene Echsen, alles hautnah.
Am zweiten Tag hatten wir ein positives Erlebnis. 2 von 3 Taschen waren da! Allerdings
meine Tauchtasche war aufgerissen und das Werkzeug war weg. Die Tasche mit der Kleidung war unversehrt- endlich frische Klamotten! Am dritten Tag fuhren wir dann zur Tauchbasis und Tatjana fasste ihre Leihklamotten ab. Nach einem umfangreichen (garnicht negativ gemeint) Orientierungsgespräch bei der Tauchbasis, machten wir einen Orientierungstauchgang und anschließend konnten wir tauchen, wie wir wollten.
Flaschen bekamen wir unbegrenzt. Abends gaben wir die leeren Flaschen ab und luden die vollen für den nächsten Tag auf unseren Pick-up. Tauchen kann man an jeder Stelle, doch wir ließen uns vom Basisleiter noch ein paar Tipps über die Plätze geben, schließlich will man ja nichts versäumen.

Bild "Reiseberichte:bonaire2.jpg"
Tauchplatzmarkierung auf Bonaire
Dann ging es endlich los. Am Anfang war ich doch entäuscht über die Farbarmut der Riffe. Es gibt 3 Farben: Braun, grün und violett. Violett sind verschiedene Röhrenschwämme und das Skelett mancher Strauchgorgonien. Grün waren die Kantenkorallen ab 20 m Tiefe. Braun waren Tentakel der Strauchgorgonien. Gorgonien gehören zu den Lederkorallen, in Bonaire sind es die Softkorallen. Wir / ich verstehe unter Weichkorallen etwas ganz anderes. Ach ja, wir haben im gesamten Urlaub auch 4 oder 5 Anemonen gesehen. Durchmesser max. 15 cm und immer weiß, aber wenigstens wie gewohnt mit kleinen, bunten Garnelen als Mitbewohner. Also farbig sieht anders aus.
Von den Fischen her war es besser, wobei es keine größeren Zackis gab. Vielleicht haben sie ihre Größe trotz ca. 30 Jahren Schutzgebiet auf Bonsaigröße reduziert. Zum Verständnis: Ein großer Zackenbarsch war etwa 25 cm lang. Dafür gab es Tarpons, Barakudas, große Süßlippen und Schnapper. Lippfische, Füsseliere, Goldbandschnapper, blaue Doktorfische und graue Demoisellen waren in richtig großen Schwärmen unterwegs. Wir haben auch viele Schildkröten, Adlerrochen und Stechrochen gesehen. Die Riffe endeten meist in einer Tiefe von 35m, aber es gab auch Hänge von mehr. Der große Vorteil der Tauchplätze: Man ist fast immer alleine, die Strömung ist vergleichsweise gering und man ist völlig unabhängig.

Abends genossen wir unser Ferienhaus, nutzten den vorhandenen Webergrill, die Kochtöpfe und ließen es uns gut gehen. Kochen ist ja eine meiner Leidenschaften.Bild "Reiseberichte:bonaire3.jpg"
Einheimische Gesellschaft während der Oberflächenpause

Dann waren die Tauchtage vorbei und wir nutzten den letzten Tag um nochmal ausgiebig den Nationalpark im Norden der Insel zu erkunden.
Am Abreisetag, gegen 17:00 sollten wir das Auto abgeben, saßen wir die Zeit ab und waren dann froh, als wir zum Flugplatz gefahren wurden. Der Heimflug war problemlos. Es gab relativ gutes Essen und schmackhaften Wein. In Frankfurt waren unsere Taschen als erstes auf dem Gepäckband- „Grandioso“. Nachdem wir bei unserem lieben Freund Walter, der versorgte unseren Cisco während der 2 Urlaubswochen, mit einem ganz leckeren Essen und einem pfälzer Schorle empfangen wurden, waren wir praktisch wieder zu Hause.
Nachbriefing zum Urlaub. Ihr wisst ja, das Gute kommt zum Schluss: So schön es auch ist, dehäm iss dehäm.

Fazit: Die Unterwasserwelt von Bonaire ist zwar nicht so bunt wie zum Beispiel im Roten Meer, aber der Fischreichtum und die Art wie getaucht werden kann, völlig autark, ungezwungen und frei, machen Bonaire zu einem lohnenden Reiseziel.


Manfred (und Tatjana)