Logo

Bonaire, von Peter


Claudia und ich suchten mal ein Urlaubsort wo noch keine Sau war. Da fiel unsere Wahl auf die Karibik. Sonne, Strand und Palmen. Wir wählten das Taucherparadies Bonaire in den Niederländischen Antillen aus. Nur leider gab es kaum Sandstrand und die Palmen auch nur in den Hotelanlagen. Die Insel ist felsig und mit Kakteen bewachsen. Was aber auch seinen Charme hatte.

Unsere Anreise machten wir mit KLM von denen wir im vornherein nix Gutes hörten. Aber die Fluggesellschaft machte uns keine Probleme. Alles klappte hervorragend auch mit dem Tauchgepäck. Aber auf dem Hinflug meinte ein ehrgeiziger, Amsterdamer, nixwissender Flughafenangestellter, dass unsere Tauchlampen im Handgepäck nix zu suchen hätten. Selbst nach langer Diskussion mussten wir sie, wie die Kinderwagen, noch kurz vor dem Einsteigen aufgeben. In Bonaire angekommen hatten wir alles bis auf unsere Lampen, die flogen nämlich weiter bis nach Aruba...grrrrr.... Das war aber nicht das einzige Gepäck was verloren ging. Während unsere Lampen am nächsten Tag in der Tauchbasis abgegeben wurden, wartete ein deutsches Paar länger auf ihre Klamotten. Man erkannte sie sofort, da sie die ersten 3 Tage immer das gleiche T-Shirt anhatten ;-)

Unser Apartment in der Hotelanlage der Tropical Divers war groß und sauber. Neben einer Küchenzeile, Sofa und Esstisch, war unser Schlafzimmer mit Klima und Moskitonetz ausgestattet. Das Bad hatte eine große Dusche. Von der Terrasse blickten wir direkt auf den Hotelgarten, der mit vielen Palmen und Büschen zugepflastert war, dass kaum ein Sonnenstrahl hindurch kam. Dort tummelten sich jeder Menge Echsen rum und hinterließen ihre Spuren am Pool. Was doch so kleine Viecher für große Haufen machen konnten.

Das Frühstück wurde uns an das Apartment gebracht, da das Restaurant noch immer im Umbau war. Man konnte zwischen verschiedene Arten wählen. Dazu gab es immer eine Tasse Kaffee. Schwarz und eklig stark. Gott sei Dank hatte Claudia guten Bohnenkaffee mitgenommen.

Die Tauchbasis der Cocktail Divers war klein und fein. Wir hatten uns entschieden für einen Mietwagen (einen Pickup), um so das Offshore Tauchen voll genießen zu können. Blei und Flaschen mit "Nitrox for free" kosteten gerade mal 109 € die Woche. Wir konnten also wann immer wir wollten und soviel wir wollten Tauchen gehen. Und das ist sehr einfach. Man fährt die Küste entlang und springt da rein wo es einem gefällt. Natürlich sind auch offizielle Tauchplätze ausgewiesen und mit gelben Steinen markiert. Schnell fanden wir unsere Topspots an denen wir dann auch öfters tauchten. Z. B. Windsock, ein Pier ganz in der Nähe zu unserem Hotel. Leichter Einstieg und Fische satt. Dort machten wir dann auch unsere Nachttauchgänge. Immer begleitet von einen 1 Meter großen Tarpune, der uns während des Tauchgangs so lange begleitete bis er durch den Lichtstrahl seine Beute erlegte.

Man hätte auch noch Bootsfahrten zu Kleinbonaire machen oder sich einen Guide nehmen können. Aber jeder, der genug Erfahrung besitzt, wird es lieben auf eigene Faust tauchen zu gehen.

Auch konnte man 2 Wracks betauchen. Das erste die "Hilma Hooker" lag seitlich auf 30 Meter. Locker konnte man durch offenen Laderäume oder die etwas engeren Aufbauten tauchen. Das zweite Wrack war ein Fischboot auf ca. 28 Meter. Es war zwar klein, aber dafür interessanter, da dort eine große Languste lebte.

Neben Schildkröte und Tarpune hatten wir sehr viele Kleinfische. Wenn man Großfische sehen möchte, muss man mit dem Boot auf die Ostseite fahren, denn nur dort hat es Strömung. Und das geht nur, wenn die Wellen nicht so hoch sind.

Zur Insel selbst gibt es nur zu sagen, dass sie in niederländischer Hand ist. Viele sprechen deutsch und auch englisch. Bezahlt wird in Antillen Gulden oder US Dollar. Jeden zweiten Tag liegt ein anderes Kreuzfahrtschiff im Hafen, was die Einwohnerzahl der Insel dann verdoppelt. Die Preise in den Restaurants sind den deutschen ähnlich. Da auf Bonaire nichts selbst produziert wird, kann es schon mal vorkommen, dass die Regale im Supermarkt leer sind. Denn nur wenn kein Kreuzfahrtschiff im Hafen ist, können die Containerschiffe anlegen.

Im Norden der Insel gibt es einen Nationalpark, den man sich mal anschauen kann. Auch sind dort Taucheinstiege gekennzeichnet, die bei hohen Wellen etwas abenteuerlich aussehen. Der Wasserfall im Park entpuppte sich dann als trockenes Sumpfloch, wo man nur von Mücken gefressen wird. Ansonsten ganz nett.