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Besuch des Tauchturms in Siegburg am Samstag, 30.04.2016,
Bericht von Armin


Der freundlichen Einladung von Karl nach Siegburg konnten letztlich sieben Leute folgen und trafen sich mittags in der Lobby des angrenzenden Hotels. Einen Kaffee und diverse Tauchergeschichten später wurden die Pässe eingesammelt und wir erklommen das zweite Stockwerk zum „Dive4Life Indoor Tauchcenter“. Rund 40 EURO pro Nase wechselten den Besitzer für einen Nachmittag Tauchen pur.

Der Weg zu den Umkleiden führte praktischerweise durch ein Tauchgeschäft, für alle Vergesslichen oder Spätberufenen. Im dahinter liegenden Mehrzweckbereich darf man sogar die eigens mitgebrachten Speisen zu sich nehmen, es gibt mehrere Gruppentische hierfür.

Unter der Dusche brauchte ich mir zum Glück nicht die Blöße geben und mir beim Anziehen des neu erworbenen engen offenzelligen Neoprenanzugs helfen lassen zu müssen. Apnoeanzüge können da ja gerne mal heikel sein. Beim ersten Versuch zu Hause hatte ich noch ein sehr belustigtes Familienpublikum damit unterhalten, mich zeitweise zu strangulieren, darin zu ersticken, oder mich mit dem Oberteil unrettbar zu verknoten, bis ich den Hinweisen nach Wasser und Duschzeug Glauben schenkte.  

Ein kurzes Briefing verteilte die Jungs und Mädels in Teams, drei Apnoe- und ein Flaschentauchteam waren dann am Start. Allgemeines Ziel war  der Freude am Tauchen zu frönen und nicht etwa irgendwelche Rekorde aufzustellen.

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Das Wasser war warm und zum Glück war wenig Betrieb. Die Entspannung setzte bald ein und so tauchten wir, uns jeweils gegenseitig sichernd, abwechselnd hinab in das einladende Blau. Auf circa sechs Metern ist ein breiter Vorsprung, auf dem eine kleine Säulenlandschaft und mehrere kleine künstliche Grotten zu erkunden sind. Die Illusion ist freilich nicht perfekt, will sie sicher auch nicht sein. Aber die gestaltete Landschaft lädt zum Verweilen und Erkunden ein. So kommen dann eben doch einige Sekunden Luft anhalten zusammen.

Gegen Ende der ersten 90 Minuten Session tauchten wir dann hinab zum Grund auf 20 Meter. Für mich als Anfänger waren bisher 16 Meter im See die tiefste Tiefe gewesen. Die 20 Meter bei guter Sicht im warmen Becken fielen mir leichter.  Es war für mich vor allem ein emotionales Erlebnis: Es fühlt sich angenehm an, nach einigen Metern Flossenarbeit sich fallen lassen zu können und nach unten zu gleiten. Der Druckausgleich gelingt gut und regelmäßig und kein Arousel von Angst macht sich breit. Dort, in 20 Metern Tiefe am Boden zu stehen und weit hinauf zu blicken zu den anderen Tauchern an der Wasseroberfläche, oder einem etwas ungläubig dreinschauenden Taucher in gleicher Tiefe zuzuwinken, ist ein tolles Erlebnis.

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Gerne würde ich ja noch länger bleiben, aber irgendwie setzt dann ein unspezifischer Wunsch nach Atem holen ein und es gilt wieder nach oben zu flösseln. Ab circa der Hälfte des Weges treffe ich auf meine Sicherung  und es setzt dann der ebenfalls als angenehm empfundene „Fahrstuhleffekt“ ein und ich werde durch das Neopren und den Lungeninhalt nach oben getrieben, durchbreche die Wasseroberfläche und freue mich wieder durchatmen zu können.

Unmittelbar nachdem alle Gruppenteilnehmenden ihr Essen auf den gemeinsamen Tisch stellten, realisierten wir, dass wir uns künftig besser absprechen sollten. Opulente Variationen von Salzigem, Süßem und Grünzeug wurden großzügig eindosiert. Eine Stunde später waren wir wieder im Wasser und „vertieften“ unsere Tieftaucherfahrungen weiter. Ein Kamerad wurde unvermittelt im Trockentauchanzug gesichtet, die Gruppenbildung veränderte sich ab und an und wir hatten wieder viel Spaß!

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Nachdenklich machte der Anblick einer Gruppe von Tauchschülern, die mit einem Minimum an Lehrkörper auskommen durften. Erst vor wenigen Wochen hatte ich bei TSC Speyer den Grundtauchschein abgelegt und hatte die Situation so ganz anders in Erinnerung: Ein Schüler wird von einem Lehrer betreut!

Gegen 18 Uhr machten wir mit leuchtenden Augen unser Abschlussbriefing!

Lessons learned:
Durfte ich unvergessliche Erinnerungen mitnehmen? Ja!
Durfte ich eine tolle Kameradschaft erleben? Ja!
Durfte ich mich die ganze Zeit über sicher fühlen? Ja!
Will ich immer noch Sporttaucher werden? Oh ja!
War ein gutes Preis-Leistungsverhältnis gegeben? Ja!
Würde ich nochmals die Reise machen? Unbedingt!