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Taucher auf dem Römerschiff, April 2016


Taucher sind es ja gewohnt nass zu sein und so ließ sich niemand von dem feucht-kalten, wechselhaften Aprilwetter abschrecken- alle waren pünktlich am Treffpunkt und warteten voll Spannung, was da wohl auf sie zukommen würde. Team Telekom (Birgit und Co.) half schon mal, das Schiff startklar zu machen, während sich die anderen nach und nach zum Steg trauten.

Bootsführer Klaus begann mit einer kurzen Einweisung zur Sitzplatzeinteilung, die praktischerweise mit römischen Ziffern durchnumeriert waren, was beim späteren Rudern eine entscheidende Rolle spielen sollte. Außerdem erklärte er den Umgang mit dem Riemen (=Ruder) und gab Hinweise zum Ablegemanöver.

Manuela und Marion waren als Schlagfrauen in der ersten Reihe (oder in der letzten?) für das Tempo und den richtigen Rhythmus verantwortlich. Nur ab und zu ließen sie sich von Bootsführer Klaus und dessen Beinen ablenken.

Auf Kommando „rudert an-all überall!“ ging es, eher kreuz und quer, über das Wasser. Alle, die als frischgebackene Bronze- Taucher am Seminar Orientierung teilgenommen haben, wissen, was ich meine.

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Kurz nach dem Ablegen "Riemen bei"

Wir waren echt gefordert: Mal durften nur die geraden, mal die ungeraden Durchen (=Sitzbänke) rudern. Bei der Tellerwende (= wenden auf der Stelle), die häufiger durchgeführt werden musste, sollte mal die Steuerbord- Seite nur streichen (=drücken, statt ziehen) und die Backbord- Seite rudern, und dann wieder umgekehrt-  so manch einem schwirrte der Kopf vor lauter römisch-seemännisch.

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Birgit als Römer
Zwischendurch hatte Bootsführer Klaus erbarmen und wir durften „wassern“ (=Riemen ins Wasser ohne rudern) und er erzählte auf unterhaltsame Weise von der Römerzeit an Ort und Stelle.
Anschaulich zeigte uns außerdem Team Telekom, was ein römischer Ruderer an Ausrüstung dabei hatte.

Per Handymessung erreichten wir mit vereinten Kräften eine Maximalgeschwindigkeit von 5 km/h, was uns endlich ein Lob des Bootsführers einbrachte- nur der Ruderverein von Rheinsheim sei bisher schneller gewesen!

Als nahezu perfekt eingespieltes Team zeigten wir uns beim „Mann-über-Bord-Manöver“. Man sollte meinen, ein Soldat mehr oder weniger spielte damals keine große Rolle. Aber, so erfuhren wir, gab es zur Römerzeit drakonische Strafen, wenn die Mannschaft mit Verlusten zurückkam. Ging ein Mann, wohlgemerkt mit Kettenhemd, über Bord, kam es auf die Schnelligkeit und das Zusammenspiel der gesamten Rudermannschaft an um den Soldaten zu retten.
Kurzerhand warf Bootsführer Klaus einen kleinen Holzrömer ins Wasser und es lag an uns, ihn wieder an Bord zu holen. Mit einer Tellerwende, einigen Ruderschlägen mal steuerbord, mal backbord und der Hilfe vom zweiten Mann Konnes mit Enterhaken, retteten wir den Holzkameraden, bevor die Gans ihn erwischte.

Witzige Herausforderung war auch die Simulation einer Nachtfahrt- klar, Römer mussten auch bei Dunkelheit auf Patrouille gehen und das Land vor den Barbaren (=Badener) schützen. So bekamen wir alle Augenbinden und nach den ersten von Klaus eingezählten Schlägen, sollte blind im gleichen Takt gerudert werden- ich schreibe bewusst „sollte“….

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Vollste Konzentration während der "Nachtfahrt"

Noch ein Video zur Nachfahrt: VID-20160427-WA0003.mp4

Weitere kurzweilige Informationen wechselten sich mit Ruderepisoden ab, inklusive einem außerplanmäßigen Anlegemanöver, damit die jüngsten Crewmitglieder auf die Toilette gehen konnten. Die Pinkelamphore, die in Rom eine Zeit lang zumindest für Männer üblich war, hatten wir nicht an Bord.

Problemzone war und blieb das Vorderschiff backbord. Hier kollidierten am Häufigsten die Riemen zum Riemenmikado, dass es nur so klapperte. Werner nahm die Strafe auf sich und zeigte, dass auch ein Mann allein, das 5 Tonnen schwere Schiff zumindest ein Stückchen weit bewegen kann.

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Werner bei seiner Strafarbeit

Kurz vorm Anlegen erwischte uns noch ein letzter Schauer, so dass auch wirklich alle durchgefroren waren. Team Telekom half wieder beim Abdecken der Lusoria Rhenana, während die anderen von Erwin mit Sekt empfangen wurden, obwohl so mancher sicher auch einen Glühwein vertragen hätte. Dafür gab es den kühlen Tropfen in den guten, original Kurpfalzsektgläsern, da die TSC- Kunststoffbecher seit der letzten Saison auf Abwegen sind (wer weiß was?).

Schließlich ging es noch ins benachbarte Anglerheim zum Auftauen und zum Essen.

Wir hatten sehr viel Spaß und es wurde viel gelacht. Schön, dass Ihr dabei wart! Ich denke, wir alle würden wieder eine Fahrt mitmachen! Danke an Klaus und Konnes vom gemeinnützigen „Verein zur Förderung von Umweltbildung und römischer Geschichte“,  die die Tour ehrenamtlich geführt haben.

Für alle, die Lust bekommen haben, auch mit dem Schiff zu fahren, hier weitere Informationen (Flyer_Lusoria_2013_web.pdf) und für alle, natürlich unterBildergalerien weitere Bilder von unserem Ausflug.

Tatjana